Buchtipp "21 Lektionen für das 21. Jahrhundert"

Aktualisiert: 23. Feb.


"21 Lektionen für das 21. Jahrhundert" beleuchtet der israelische Historiker und Autor Yuval Noah Harari die dringendsten politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, die durch Technologie entstehen. Nach seinen bisherigen Bestsellern „Sapiens“, der die menschliche Vergangenheit erforschte, und „Homo Deus“, der sich mit unserer fernen Zukunft befasste, handelt sein neuestes Buch von unseren größten Herausforderungen im Hier und Jetzt. Er gibt uns mit dem Buch eine Hilfestellung um diese Aufgaben einerseits meistern zu können und andererseits um uns auf eine ungewisse Zukunft vorzubereiten.


Hier sind drei aus seinen 21 Lektionen, die uns und zukünftigen Generationen helfen, im 21. Jahrhundert erfolgreich zu sein:


1.) Wem die Daten gehören gewinnt, und weshalb alle darum kämpfen.


Unterschiedliche Ideologien haben schon immer geprägt, wie Menschen die Welt sehen und steuern. Welche die meisten Menschen packt, bestimmt für Jahrzehnte unsere Geschichte. Im 20. Jahrhundert kämpften Faschismus, Kommunismus und Liberalismus um dieses Privileg, wobei der Liberalismus als klarer Sieger hervorging. Je nachdem welche Ideologie vorherrscht, gewinnen unterschiedliche Vermögenswerte an Wert. Was am wertvollsten ist, ist das, wofür Politiker und Nationen kämpfen werden, um so zu entscheiden, auf welche Zukunft sich die Welt zubewegt. Bisher scheint Technologie im 21. Jahrhundert alle Konkurrenten geschlagen zu haben. Da Technologie unsere Hauptideologie ist, werden aktuell Daten zum wertvollsten Gut. Deshalb kämpfen Politiker dafür, dass ihre Nationen das riesige Tech-Rennen gewinnen. Das Problem ist, dass diesmal niemand die Implikationen unserer Ideologie vollständig versteht. Zum Beispiel reicht ein Blickt auf die Finanzmärkte, wo Algorithmen bereits die meiste Arbeit erledigen und nur sehr wenige Händler begreifen, was tatsächlich passiert. Für die Politik wird dieses Unverständnis schnell zur Bedrohung. Die Menschen sind frustriert, fühlen sich ignoriert und stellen fest, dass sich die von ihnen gewählten Vertreter nicht mit den wichtigsten Themen befassen.


2.) Wir wissen es nicht, wir denken nur, dass wir es wissen – und das ist gefährlich.


Harari stellt eine „Wissensillusion“ fest. Im Grunde denken wir demnach, dass wir viel mehr wissen als unsere Vorfahren, obwohl wir in Wirklichkeit in vielerlei Hinsicht weniger wissen. Zum Beispiel sind wir alle auf viele Experten angewiesen, um unseren Alltag zu leben. Wir können nicht unser eigenes Essen jagen, unsere eigene Unterkunft bauen oder unsere eigene Kleidung herstellen. Wir halten uns für schlau, aber nur weil wir auf das gesamte Wissen der Welt zugreifen können, heißt das nicht, dass es bereits in unserem Kopf ist. Stattdessen sollten wir demütig bleiben, dankbar sein und unser Bestes tun, um nie aufzuhören zu lernen.


3.) Bildung muss uns zeigen, wie wir denken sollen, nicht was wir denken sollen.


Neil de Grasse Tyson hat einmal eine großartige Rede über den Wert gehalten, zu wissen, wie man denkt, anstatt nur zu wissen, was man denken soll. Leider lehren uns unsere Schulen nur letzteres. Selbst in der Hochschulbildung geht es immer noch sehr darum, sich so viele Fakten wie möglich in den Kopf zu stopfen, nur um sie einmal auf ein Blatt Papier auszuspucken und dann wieder zu vergessen. Das ist ein Problem. Ein grundlegendes Verständnis von Geschichte, Biologie, Mathematik und anderen Fächern ist zweifellos wichtig. Aber darüber hinaus ist es wichtiger, dass wir lernen, wie man durch das moderne Meer von Informationen navigiert, wie man das Wichtige herausfiltert und wie man feststellt, was geradezu falsch ist, als sich nur an mehr Fakten zu erinnern. Da jetzt in einem einzigen Jahr mehr Daten erstellt werden als in den vergangenen Jahrtausenden zusammen, müssen zukünftige Arbeitnehmer nicht so viel wie möglich wissen, sondern nur das herausfinden, was sie wirklich wissen müssen. Damit unsere Kinder eine erfolgreiche Zukunft haben, müssen wir ihnen beibringen, wie man das macht.


Mit „21 Lessons for the 21st Century“ fängt Yuval Noah Harari interessante Aspekte der Menschheit in aufschlussreichen Geschichten ein. Über einige Themen wirst du nicht weiter nachdenken, andere könnten sogar die Art und Weise verändern, wie du deine Kinder erziehst.

  • Herausgeber:‎ C.H.Beck; 6. Edition (30. September 2020)

  • Sprache: ‎Deutsch

  • Taschenbuch:‎ 528 Seiten

  • ISBN-10: 3406739687

  • ISBN-13:‎ 978-3406739682

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