Führung im Wandel: Das Konzept des Leadership 4.0

Aktualisiert: 1. März

Die voranschreitende Globalisierung, Digitalisierung und der demografische Wandel verändern unseren Alltag und unsere Arbeitswelten. In meinem letzten Blogbeitrag beschäftigte ich mich mit dem Thema „New Work“. Heute möchte ich die mit den neuen Arbeitswelten eng in Verbindung stehenden situationsbezogenen, mitarbeiterfokussierten und motivationsfördernden Methoden der Führung beleuchten.



„Führung 4.0“ oder „Digital Leadership“ ist ein wissenschaftlicher Ansatz zur Definition der Aufgaben und Werkzeuge der Führung in Zeiten der Digitalisierung allgemein und in Phasen der Transformation, in die Digitalisierung im Speziellen. Zuerst erarbeitet und erwähnt wurde der Begriff von Utho Creusen an der Katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt (Deutschland) im Zusammenhang mit der Untersuchung von Führungsverhalten bei Start-Ups. Aktuelle Forschungen verweisen hierbei auf die zunehmende Bedeutung des sogenannten „Plural Leadership“ (pluraler Führungsformen), einem Führungsstil, bei dem die Führungsverantwortung auf verschiedene Menschen verteilt ist bzw. diese von ihnen potenziell fließend und in Wechselwirkung geteilt wird. Dabei führen sich die Menschen gegenseitig an. Führung entsteht also als Eigenschaft der Gruppeninteraktion.


Menschen in der Arbeitswelt sollen in digitalen Zeiten bestmöglich einbezogen werden. Dies gilt im Übrigen für alle Beteiligten in der Wertschöpfungskette: also Mitarbeiter:innen, Kund:innen und Nutzer:innen. So soll die Nutzung agiler Methoden (wie zum Beispiel „Scrum“, „Kanban“ oder „Design Thinking“) und Vernetzung durch Kollaborationswerkzeuge, Flexibilität und eine stärkere Teilhabe der Mitarbeiter:innen am Unternehmen ermöglichen.


New Work, New Leadership… Vielleicht habt ihr auch schon einmal vom „VUCA-Modell“ (Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity) gehört, welches die veränderten Rahmenbedingungen und Herausforderungen, innerhalb derer Führungskräfte und Organisationen durch die Digitalisierung agieren, beschreibt. Leader:innen müssen sich auf diese Herausforderungen und neue Rahmenbedingungen einlassen, um weiterhin erfolgreich zu bleiben. Alte Führungsinstrumente müssen daher verworfen und durch neue Konzepte ersetzt werden. Dies erzeugt oftmals ein Spannungsfeld zwischen Innovation und Identität. Menschen, Teams und Organisationen müssen sich, um den geänderten Rahmenbedingungen Herr zu werden, auf den Wandel einlassen, ohne dabei ihre Authentizität und Identität zu verlieren.


Führung 4.0 erfordert spezielle Fähigkeiten, die du dir aneignen kannst, um fit für die Führung der Zukunft zu werde. Versuche dabei bewusst Punkt für Punkt in deinem bestehenden Arbeitsalltag umzusetzen und sich nicht auf alles auf einmal zu konzentrieren. Die Summe der kleinen Schritte ist es, die den Erfolg ausmacht!


  • Schaffe dir Kompetenz im Umgang mit verschiedenen Medien und digitalen Werkzeugen. Das Aneignen dieser Kompetenz ist deine Holschuld, nicht die Bringschuld deiner Organisation.

  • Übernimm die Planung und die Ergebnisorientierung in Zusammenhang mit dem kulturellen Wandel in deinem Bereich. Sehe das große Ganze (die Vision), übernimm aber Verantwortung für die Umsetzung von Teil-Bereichen (Arbeitspaketen) und die kontinuierliche Überprüfung auf Verbesserungspotentiale.

  • Habe Mut zu Agilität und Innovation. So kannst du mit deinem Team und deiner Organisation Effizienz steigern und neue Potenziale zum Leben erwecken

  • Sei offen und transparent bei der Kollaboration und Kommunikation. Du bildest damit Vertrauen in deinem Team und quer durch die Organisation und wirst zusammen mit deinen Kollegen effizienter und erfolgreicher werden.

  • Lasse Fehler zu und akzeptiere auch Fehler in deinem Team und deiner Organisation. Eine positive Fehlerkultur ist für die Entwicklung und das Lernen der Teams und Organisationen von zentraler Bedeutung und wird euch helfen, noch besser zu werden.


Führung 4.0 hilft Teams und Organisationen dabei nachhaltig Innovativ, Wettbewerbs- und Zukunftsfähig zu bleiben und Arbeitnehmer:innen in den Genuss von Vorteilen des „New Work“, wie z.B. dem ortsungebundenem Arbeiten, zu kommen.


 


TOMAS JISKRA tomas@jiskra.at

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