10 Jahre unternehmerischer Tätigkeit: Zielsetzungen, Motivation und Rückschläge

Aktualisiert: 20. März 2021

In meinen letzten beiden Blogbeiträgen schrieb ich zum „Jubiläum“ meiner 10-jährigen unternehmerischen Tätigkeit über meinen letzten Tag als Angestellter und über die Stunde Null. Neben vielen positiven Gedanken und einer Art Aufbruchstimmung brachten die letzten zehn Jahre aber auch viele Rückschläge mit sich. Es waren Zielsetzungen und Motivation nötig, um auch durch schwere, zum Teil sehr demotivierende, Phasen zu gelangen. Genau diesen Themen widme ich mich in dem aktuellen Blog.




Der Umgang mit Rückschlägen


Rückschläge sind immer hart. Wenn es dein eigenes Business ist, sind sie härter. Sie sind persönlich. Sie sind schwer zu verdauen und oft denkt man, es zerplatzen damit alle deine Träume. Rückschläge sind aber gleichermaßen wichtig und nützlich für die persönliche Weiterentwicklung. Den Unterschied macht der Umgang mit ihnen. Entweder sie brechen dich, oder sie machen dich stärker. Du hast es in der Hand!


Auch wenn Rückschläge für mich bis heute schwierig sind, haben sie mich IMMER stärker aufstehen lassen, als ich zu Boden gegangen bin. Und natürlich gab es zahlreiche davon: geplatzte scheinbar sichere Finanzierungszusagen von wichtigen Projekten, verlorene Ausschreibungen, an denen man Monate lang gearbeitet hat, enge Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen haben – um nur einige davon zu benennen. Ich hätte jederzeit sagen können, „Ich mache das nicht weiter mit. Ich gehe zurück in ein Angestelltenverhältnis.“ Diese Entscheidung war für mich jedoch nie eine Option.


Die Zielsetzung und die Motivation


Ich höre von Menschen, die sich selbständig machen, immer wieder Sätze wie: „Ja und wenn es nicht klappt, dann kehre ich wieder in die alte Firma zurück“. Ich denke, dass dieser Mindset grundlegend falsch ist. Ich für meine Person hatte NIE einen Plan B. Klingt vielleicht für den Einen oder Anderen naiv. Für mich war es berechnende Entschlossenheit. Wenn ich mir selbst vorgaukelte, „Ich muss ja eigentlich gar nicht erfolgreich werden, ich muss meine Ziele ja gar nicht erreichen, es ist ja ohnehin alles kein Problem“, wäre ich heute mit Sicherheit nicht da wo ich bin. Manchmal kann es ganz gesund sein, lediglich einen Plan A zu haben. Die daraus resultierende Angst darf aber nie größer sein, als die daraus resultierende Motivation. Angst, mit der richtig umgegangen wird, kann ein gewaltiger Antrieb sein. Das Verhältnis zwischen Angst und Motivation muss aber in einer gesunden Balance gehalten werden. Sobald die Angst vor dem Versagen nicht mehr vorhanden ist, sinkt automatisch auch die Motivation Risiken einzugehen, neue Pfade zu finden und zu beschreiten und überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen.


Die Motivation war für mich immer die Visualisierung der Situation die eintritt, wenn ein gewisser Milestone erreicht wurde. Das hilft Unglaubliches zu erreichen. Setze dir bewusst Belohnungen für deine eigenen Leistungen – diese müssen auch nicht riesig sein. Um ein Beispiel zu geben: du hast wieder einmal einen Haufen Papierkram für deinen Steuerberater zu bearbeiten und du kannst dich dazu nicht überwinden und verschiebst die Tätigkeit stets auf einen anderen Tag. Visualisiere die Belohnung für dich selbst, die du dir gibst, wenn das Zeug erledigt wurde. Wie gut du dich dann fühlst, wenn du diesen Punkt auf deiner To-Do-Liste abhackst. Das frisch gezapfte Bier, das du dir gleich nach dem Erledigen vom Wirten deines Vertrauens holst, die Tafel Schokolade, die du aus dem Geheimfach holst usw. Die Belohnungen müssen jedoch stets in einer Verbindung mit einem konkreten Task stehen.


Auch langfristige Motivation ist wichtig. Definiere, was du eigentlich willst. Worum geht es? Wenn du nicht weißt, wohin die Reise gehen soll, wird es sehr schwer dort auch irgendwann anzukommen. Ich zum Beispiel wollte schon immer eine Führungsposition ausüben. Unlängst habe ich meine Diplomarbeit der Handelsakademie aus dem Jahr 2001 in den Händen gehalten und bei der Vorstellung meiner Person auf Seite 3 steht: „Was ich einmal werden möchte: Geschäftsführer oder Vorstand.“ Mein 19-jähriges Ich war schon damals geradezu besessen davon, dass es alle, aber wirklich alle, Aktivitäten, sämtliche Motivation und Kraft bündelte und dahin ausrichtete, um dieses eine Ziel zu erreichen. Aus heutiger Sicht muss ich das etwas revidieren. Ich bin aktuell Geschäftsführer von 6 GmbH-Gesellschaften und Vorstandsmitglied in zwei AGs. Ich habe das Ziel meines 19jährigen Ichs also offensichtlich erreicht, auch wenn sich das mein jüngeres Ichdeutlich cooler ausgemalt hat, als es tatsächlich ist… 😊 Aber ich habe es erreicht! Mit meiner heutigen (Lebens)-Erfahrung würde ich mir wahrscheinlich andere Ziele für mein Leben setzen, aber ich bereue es nicht. Es war zu der damaligen Zeit für mich das richtige Ziel. Letztendlich ist es auch egal, was du dir als langfristiges Ziel setzt. Es hängt nur von dir ab.


Wichtig ist lediglich, dass du dich mit deinem Ziel beschäftigst und EINES hast. Sobald DIESES erreicht wurde, muss das neue Ziel gefunden werden und wieder alle Aktivitäten dahingehen ausgerichtet werden. So tickt der Mensch, der zielorientiert durch sein Leben schreitet und Erfolg haben will.